Interview mit Klaudia Kapellmann

Im Gespräch mit Klaudia Kapellmann, Dozentin für die Umschulung zum/zur Gestalter/in für visuelles Marketing.

Frau Kapellmann ist in Dortmund geboren und aufgewachsen. Dort hat sie eine Ausbildung als Raumausstatterin gemacht und absolvierte danach viele Praktika im Theater und entschied sich daraufhin ebenfalls eine Ausbildung zur Maskenbildnerin zu anzufangen. Danach begann sie ein Studium in Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Objekt und Raum und schloss dies 2010 mit Diplom ab. Während und nach ihrer Ausbildung war Frau Kapellmann immer wieder als freie Szenenbildnerin tätig und sammelte viele Erfahrungen, die sie letztlich als Dozentin in Leipzig einbringen konnte und dort an einer Maskenbildnerschule für das duale System mit entwickelte. Seit April 2020 ist sie nun beim ArtWork Institut als Dozentin für die Umschulung zum/zur Gestalter/in für visuelles Marketing tätig. Als Kommunikationsdesignerin und ihren vielen kreativen Vorausbildungen kann sie viel zu dieser Umschulung beitragen und ist an der Entwicklung von Konzepten und  Marketingstrategien beteiligt. Vor allem ist sie für die Gestaltungsfächer zuständig, also alles was mit Farbenlehre, Oberflächengestaltung, Patina und Raumgestaltung im Handwerk anfällt.

Frau Kapellmann ist der Meinung, das Besondere an der Umschulung zum GvM ist, dass man eine sehr breite Ausbildung in relativ kurzer Zeit absolvieren kann. Der Vorteil an der Umschulung ist, dass man diese bereits nach zwei Jahren beendet hat, wobei die „normale“ Ausbildung drei Jahre dauert. Der Unterricht ist in der Umschulung viel geballter und es findet ein guter Ausgleich zwischen Theorie und Praxis und zwischen der kreativen Arbeit, dem theoretischen Teil und dem Marketinganteil statt. Außerdem ist ein großer Benefit, dass man die Umschulung mit einer Prüfung bei der IHK abschließt und somit einen Berufsschulabschluss erhält. 

Die Umschulung zum/zur Gestalterin für visuelles Marketing hat drei Schwerpunkte: Theorie, Praxis und Marketing. Diese gilt es in den 2 Jahren in eine Einheit zu bringen, um projektbasiert zu arbeiten. Demzufolge wird oft in Teams gearbeitet, in denen mehrere mit allen drei Bereichen zusammenhängende Projekte erstellt und präsentiert werden, um auch den fachpraktischen Anteil klar im Vordergrund zu halten und auch alle Stepps, die in der dualen Ausbildung passieren würden, hier mit einzubeziehen. Der Unterricht findet täglich von 8.30 – 16.30 Uhr statt, außerdem gibt es innerhalb der Ausbildungszeit auch ein 18 wöchiges Praktikum, um den fachpraktischen Teil ebenfalls abzubilden. Am Ende findet die theoretische Abschlussprüfung innerhalb von zwei Tagen bei der IHK statt. Am ersten Tag findet die Theorieprüfung statt und am zweiten wird ein Konzept zu der Abschluss-Koje entwickelt und abgegeben. Ein Monat nach Konzeptabgabe findet dann die praktische Abschlussprüfung statt, ebenfalls an zwei Tagen. Am ersten Tag wird die Koje bei der IHK gestaltet (aufgebaut, bemalt und/oder tapeziert) und am zweiten Tag präsentiert. Beim erfolgreichen Bestehen der Abschlussprüfungen bekommt man dann ein Zertifikat überreicht.
    
Für Erwachsene, die sich für diese Umschulung interessieren, ist eine fachliche Vorbildung, handwerkliches Geschick oder zeichnerische Begabung hilfreich. Eine entsprechende Basis sollte vorhanden sein, um die Umschulung erfolgreich absolvieren zu können. Außerdem sind Freude am Gestalten, Eigeninitiative und Lernbereitschaft für diesen Beruf wünschenswert. 

Nach erfolgreich bestandener Prüfungen haben Gestalter/innen für visuelles Marketing verschiedene Möglichkeiten Jobs zu finde, beispielsweise als Mitarbeiter zur klassischen Schaufenstergestaltung, im Verkauf, als Roomdresser oder Szenenbildner, Messebauer oder als Gestalter zum Folienplotten, Logos zu entwerfen oder in einer grafischen Abteilung. Der Vorteil an der Umschulung bei ArtWork ist, die kleine Teilnehmerzahl. Somit stehen die Teilnehmer im Fokus und es kann individuell auf Jobwünsche eingegangen werden kann.

Im fachpraktischen Teil wünscht sich Frau Kapellmann, dass ArtWork in Folge der Corona-Pandemie wieder mehr ins „Machen“ kommt. Das heißt, dass wieder Möglichkeiten entstehen sollten, mit Werkstoffen und Werkzeugen selbst zu arbeiten. Außerdem ist es ihr ein großes Anliegen, dass die Teilnehmer zufrieden sind und alle gemeinsam eine gute Zeit haben. Frau Kapellmann ist es ebenfalls ein Bedürfnis, ihr Wissen aus der Fachpraxis so gut es geht, an die Teilnehmer weiterzugeben und sich mit ihnen auszutauschen.  

Top